09:47Condor: Auf der Suche nach einem weiteren InvestorNach vielen Monaten des Bangens wurde Condor im Sommer 2021 durch den Einstieg der Investmentgesellschaft Attestor gerettet. Aber dass der Finanzinvestor den expandierenden Ferienflieger sowie die neu gegrĂŒndete Schwester Marabu langfristig nicht allein finanzieren möchte, dĂŒrfte von vornherein klar gewesen sein.Â
Und so sucht die britische Investmentgesellschaft offenbar einen strategischen Partner fĂŒr die Airlines. Wie mehrere Flugfachportale unter Berufung auf den Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg berichten, arbeitet Attestor mit der Barclays Bank zusammen, um einen Investor zu gewinnen, der den Ausbau der Airline-AktivitĂ€ten unterstĂŒtzt und möglicherweise eine Minderheitsbeteiligung an der Holding-Gesellschaft der beiden Fluggesellschaften ĂŒbernimmt. Beide Unternehmen und auch Condor selbst lehnen eine Stellungnahme zu dem Bericht bislang ab.
Condor muss Kredite bis 2026 zurĂŒckzahlen
Seit dem Einstieg hĂ€lt Attestor 51 Prozent an Condor, die anderen 49 Prozent liegen aufgrund der Staatshilfen nach der Thomas-Cook-Pleite und wĂ€hrend der Corona-Pandemie bei der staatlichen Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau. WĂ€hrend Konkurrent Lufthansa seine Schulden bereits 2021 beglichen hatte, wurde Condor eine Frist bis zum nĂ€chsten Jahr eingerĂ€umt, um die Kredite in Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro zurĂŒckzuzahlen. Danach könnte Attestor theoretisch die ĂŒbrigen Anteile ĂŒbernehmen.
Aber der Investor hat bereits viel in Condor investiert: ZunĂ€chst wurde die damals schwer angeschlagene Airline mit 200 Millionen Euro stabilisiert, weitere 250 Millionen Euro flossen in den Um- und Ausbau der Langstreckenflotte sowie die derzeit noch laufende Modernisierung der Kurz- und Mittelstreckenflieger. Dazu kommt der Aufbau des Urlaubsfliegers Marabu, der im FrĂŒhjahr 2023 an den Start ging.
Condor muss bereit fĂŒr Interessenten sein
Condor-Chef Peter Gerber hatte bereits im vergangenen Jahr angedeutet, dass er nicht mit einem ewigen Engagement von Attestor rechne. Die Strategie eines Finanzinvestors sei stets, âam Tiefpunkt eines Zyklus zu investieren und spĂ€ter auf einem geglaubten Höhepunkt vielleicht wieder herauszugehenâ. Daher mĂŒsse die Airline bereit sein, âum in einem eventuellen Bieterwettbewerb, oder wenn Interessenten kommenâ aus âeiner Position der StĂ€rke herausâ zu handeln.
Neuere Zahlen könnten den Ferienflieger fĂŒr potenzielle Investoren attraktiver machen. Zwar hatte die Gesellschaft im GeschĂ€ftsjahr 2023/24 noch einen Verlust von 62 Millionen Euro gemacht, aber damit den Vorjahreswert nahezu halbiert, wie das Management im FrĂŒhjahr mitteilte. Nach internen operativen Kennzahlen habe man sogar bereits einen Gewinn erzielt, erklĂ€rten Condor-Chef Gerber und Finanzvorstand Björn Walther damals.